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Mediation gewinnt an Akzeptanz in Deutschland

Datum: Oktober 11, 2019 | Aktualisierung: Oktober 20, 2025
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Der Roland Rechtsreport 2017 zeigt: 67 % der Deutschen würden bei Konflikten Mediation einem Gerichtsverfahren vorziehen, doch nur wenige nutzen diese Möglichkeit.

„Roland Rechtsreport 2017“ veröffentlicht

Eine Mehrheit der Deutschen würde im Konfliktfall ein Mediationsverfahren einem gerichtlichen Verfahren vorziehen. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle „Roland Rechtsreport 2017“. Danach würden sogar 67 % der Deutschen ein Mediationsverfahren favorisieren, wenn sie zuvor schon erste Erfahrungen mit einer Streitbeilegung durch Mediation gemacht haben. Gleichzeitig liegt der Anteil der Deutschen, die bereits erste Erfahrungen mit Mediation gemacht haben, bei nur 4 %.
Dieser geringe Prozentsatz kann nur damit erklärt werden, dass nach wie vor zu wenig Berater (Rechtsanwälte, Steuerberater) die Möglichkeit einer einvernehmlichen Streitbeilegung durch Mediation in Erwägung ziehen. Vor dem Hintergrund des § 1 Abs. 3 BORA ist dies Ergebnis unbefriedigend. Danach haben Rechtsanwälte ihre Mandanten vor Rechtsverlusten zu schützen und diese rechtsgestaltend, konfliktvermeidend und streitschlichtend zu begleiten.
Ein weiteres Ergebnis der Studie „streitet“ für die Option einer außergerichtlichen Streitbeilegung im Konfliktfall: 80 % der Deutschen sind der Meinung, dass Gerichtsverfahren zu lange dauern. Dauert ein amtsgerichtliches Verfahren durchschnittlich 4,8 Monate und ein landgerichtliches Verfahren durchschnittlich 9,9 Monate (Statistisches Bundesamt, Rechtspflege Zivilgerichte 2015, S. 26, 56), so lassen sich Konflikte mit Hilfe eines/r Mediators/in in ca. ein bis zwei Tagen einvernehmlich lösen.

Auf den „Roland Rechtsreport 2017“ haben wir in unserem Downloadcenter verlinkt.

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